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NTCLE100E3 als NTC-Thermistor zur Temperaturmessung

7/19/2026 8:35:47 AM

NTCLE100E3 als NTC-Thermistor zur Temperaturmessung

Der NTCLE100E3103JB0 ist ein radial bedrahteter NTC-Thermistor mit einem Nennwiderstand von 10 kΩ bei 25°C. Sein Widerstand sinkt deutlich, wenn der Sensorkörper wärmer wird. Ein Spannungsteiler und ein ADC erfassen diese Änderung; anschließend wird sie anhand der Widerstands-Temperatur-Kennlinie in eine Temperatur umgerechnet. Das Bauteil liefert keine lineare Spannung wie ein integrierter Sensor.

Die vollständige Bestellnummer ist entscheidend: 103 steht für 10 kΩ, J für 5% R25-Toleranz und B0 für lose Schüttverpackung. Für diese 10-kΩ-Ausführung nennt Vishay einen B25/85-Wert von 3977 K mit 0,75% Toleranz. Ein Ersatzteil darf daher nicht allein anhand des Nennwiderstands freigegeben werden.

Hell bernsteinfarbener radialer NTC-Thermistor auf zwei Anschlüssen an einem thermischen Messpunkt einer braunen Testleiterplatte
Der kleine Sensorkörper steht am thermischen Ziel, während Spannungsteiler und Erfassungsschaltung auf der Leiterplatte bleiben.

Radiale Bauform mit zwei Anschlüssen prüfen

Der NTCLE100E3 ist ein bedrahtetes passives Bauteil und kein IC. Ein NTC-Chip liegt zwischen zwei verzinnten Kupferdrähten und wird von einer Beschichtung geschützt. Für Werte von 330 Ω bis 470 kΩ beträgt die Körpergröße etwa 3,3 mm, der Anschlussdurchmesser 0,6 mm. Lochabstand, Einsteckhöhe und Freiraum müssen aus der freigegebenen Maßzeichnung stammen.

Für die Beschichtung ist keine bestimmte Isolationswirkung angegeben. Kriech- und Luftstrecken dürfen deshalb nicht von ihr abhängen. Bei der Wareneingangsprüfung ist außerdem eine Verwechslung mit ähnlich aussehenden Kondensatoren oder anderen Perlenbauteilen auszuschließen.

Die vollständige 10-kΩ-Ausführung verstehen

R25 bezeichnet den Widerstand bei 25°C. Bei der J-Ausführung darf der tatsächliche Wert um 5% vom Nennwert abweichen. B25/85 beschreibt die Steigung der Kennlinie zwischen 25°C und 85°C und muss mit absoluten Temperaturen verwendet werden.

Bei einem Vergleich sind R25- und B-Toleranz, die komplette Kennlinie, Körpermaße, Anschlussmaterial, Beschichtung, Temperaturbereich und Montagegrenzen zu prüfen. Zwei NTCs mit 10 kΩ können bei demselben ADC-Code unterschiedliche Temperaturen ergeben.

Spannungsteiler auf den wichtigen Bereich auslegen

Üblicherweise bilden NTC und Festwiderstand einen Teiler zwischen Erregerspannung und Masse; der Mittelpunkt führt zum ADC. Je nach Reihenfolge steigt oder fällt die Spannung mit der Temperatur. Diese Polarität muss in Schaltplan und Software eindeutig festgelegt sein.

Die Empfindlichkeit ist in einem Bereich besonders günstig, wenn der Festwiderstand ungefähr dem dortigen NTC-Widerstand entspricht. 10 kΩ sind ein sinnvoller Ausgangspunkt um Raumtemperatur, aber nicht zwangsläufig für einen engen heißen oder kalten Bereich. Spannung, Steigung, Strom und Toleranzen sind an allen Temperaturgrenzen zu berechnen.

Ratiometrische Messung richtig nutzen

Werden Spannungsteiler und ADC-Referenz aus derselben Quelle versorgt, hebt sich deren Betrag in der idealen Verhältnisrechnung weitgehend auf. Dieser Vorteil geht verloren, wenn eine andere Referenz angenommen wird, der Teiler an einer zweiten Versorgung liegt oder zwischen Sensor- und ADC-Masse ein Spannungsabfall entsteht.

Der Rückleiter des Teilers gehört nahe an den Referenzrückleiter. Bei einem entfernten Sensor dürfen Lastströme nicht über denselben schmalen Weg fließen. Ratiometrie beseitigt weder Leckstrom noch Einschwing-, Quantisierungs- oder Temperaturfehler.

Eigenerwärmung durch den Messstrom begrenzen

Der Messstrom erzeugt Verlustleistung und erwärmt den Thermistorkörper. Die maximale Verlustleistung ist eine belastungsabhängig herabgesetzte Grenzgröße, kein geeigneter Arbeitspunkt für genaue Messungen. Da sich der Widerstand mit der Temperatur ändert, muss die ungünstigste Leistung über den gesamten Bereich berechnet werden.

Bei zu großer Dauererwärmung kann der Spannungsteiler nur für die notwendige Einschwingzeit eingeschaltet werden. Tastverhältnis, Schalterleckstrom und Startzeit gehören in die Rechnung. Die verbleibende Eigenerwärmung ist in der tatsächlichen Luftströmung oder Kontaktumgebung zu prüfen.

Temperatur mit der passenden Kennlinie berechnen

Die Beta-Gleichung ist eine brauchbare Näherung für einen begrenzten Bereich. 25°C müssen als 298,15 K eingesetzt werden; erst das Ergebnis wird wieder in Grad Celsius umgerechnet. Eine direkte Verwendung von Celsiuswerten im Kehrwertterm ist falsch.

Für einen großen Bereich oder enge Fehlergrenzen sind die Widerstandstabelle oder Herstellerkoeffizienten geeigneter. Eine Tabelle mit Interpolation lässt sich in eingebetteter Software gut nachvollziehen. Datensatz und vollständige Bestellnummer müssen gemeinsam versioniert werden.

R25- und B-Wert-Toleranz getrennt bewerten

Die R25-Toleranz bestimmt die Streuung am Referenzpunkt. Die B-Toleranz verändert die Kurvensteigung und gewinnt mit zunehmendem Abstand von 25°C an Bedeutung. Hinzu kommen Festwiderstand, ADC, Referenz, Leckströme und Kalibrierunsicherheit.

Wegen der Nichtlinearität entspricht derselbe relative Widerstandsfehler nicht überall demselben Temperaturfehler. Kaltgrenze, Normalbereich und Heißschwelle sind jeweils mit oberen und unteren Widerstandsgrenzen zu bewerten.

Festwiderstand thermisch stabil halten

Der Festwiderstand legt Empfindlichkeit, Strom und Quellimpedanz fest. Seine Anfangstoleranz und sein Temperaturkoeffizient wirken direkt auf das Ergebnis. Er sollte nicht neben Reglern, Schaltinduktivitäten, Prozessoren oder stromstarken Kupferflächen liegen.

Befinden sich Festwiderstand und ADC-Referenz in verschiedenen Temperaturzonen, sind beide Driften im Gerätetest abzudecken. Eine Messung auf dem Tisch bei Raumtemperatur belegt keine heiße Alarmschwelle.

ADC-Eingang vollständig einschwingen lassen

Die Thevenin-Impedanz des Teilers und der Filterkondensator bestimmen die Einschwingzeit. Hohe Widerstände sparen Strom, können den Abtastkondensator aber innerhalb eines kurzen Erfassungsfensters nicht ausreichend laden. Dann sind längere Erfassungszeit, geringere Impedanz oder ein bewerteter Puffer erforderlich.

Bei einem Multiplexer kann die vorherige Kanalspannung Ladung einprägen. Geprüft wird daher die ungünstigste Kanalfolge. Ein Kondensator am ADC liefert lokale Ladung, verlängert jedoch die Wartezeit nach dem Einschalten des Teilers.

Heller NTC-Thermistor mit zwei Anschlüssen auf einer blauen Leiterplatte und kurzem Weg über einen unbeschrifteten Spannungsteiler zum ADC-Eingang
Ein kurzer Teiler- und Filterweg wandelt den Widerstand in eine stabile ADC-Spannung um, ohne den radialen Sensorkörper zu verdecken.

Störungen filtern, ohne den Alarm zu verzögern

Temperaturänderungen sind meist langsamer als elektrische Störungen. Ein RC-Filter und eine maßvolle digitale Mittelung sind deshalb hilfreich. Die Grenzfrequenz folgt jedoch dem schnellsten relevanten Wärmeereignis und der zulässigen Alarmzeit. Elektrischer Filter, thermische Reaktion und mechanischer Aufbau verzögern gemeinsam.

Der hochohmige Mittelpunkt ist von Takten, Schaltknoten und Funkleitungen fernzuhalten. Eine eingespeiste Prüfspannung testet nur die Elektronik; die vollständige Reaktion muss mit realem Erwärmen und Abkühlen bewertet werden.

Sensorkörper am tatsächlichen Wärmeziel platzieren

Für Lufttemperatur muss der Körper repräsentativer Strömung ausgesetzt sein, während Wärmeleitung über Leiterplatte und Drähte klein bleibt. Bei Leiterplattentemperatur sind Abstand und Kupferanbindung zum Zielbauteil festzulegen. Bei Zellen, Kühlkörpern oder Gehäusen ist ein qualifizierter Kontaktaufbau nötig.

Sofern sie nicht selbst das Messziel sind, müssen Prozessoren, Regler, Ladepfade und Anzeigen Abstand halten. Fertigungszeichnungen legen Höhe, Ausrichtung und Freiraum fest, damit jede Einheit dieselbe thermische Geometrie erhält.

Ansprechzeit nur mit Messbedingungen verwenden

Das Datenblatt nennt ungefähr 1,2 s Ansprechzeit in Öl und einen informativen thermischen Zeitwert von 15 s. Diese Angaben lassen sich nicht direkt auf ruhende Luft, Oberflächenkontakt oder ein Gehäuse übertragen. Strömung, Kontaktmaterial, Drahtleitung und zusätzliche Beschichtung können dominieren.

Die Endmontage benötigt einen Temperatursprungtest mit klarer Zielgröße, etwa 63,2% des Endwerts oder das Erreichen einer Alarmschwelle. Ohne Medium und Einbaubedingung ist eine Zeitangabe nicht vergleichbar.

Löt- und Biegegrenzen einhalten

Nach den Herstellerhinweisen sind diese bedrahteten NTCs nicht für einen Reflowprozess vorgesehen. Wärme darf nicht übermäßig in den beschichteten Körper gelangen. Temperatur, Dauer und Mindestabstand für Wellen-, Tauch- oder Kolbenlöten werden nach dem aktuellen Montagedokument beherrscht.

Die Drähte dürfen nicht näher als 4 mm am Austritt aus dem Körper gebogen werden. Zug, Torsion und Schwingung am Austritt sind zu vermeiden. Eine kontrollierte Biegevorrichtung schützt Beschichtung und innere Verbindung.

Keine unzulässige Vergussmasse verwenden

Die Standardpräzisionsreihe NTCLE100 ist nicht zum Vergießen bestimmt. Harz kann mechanische Spannung erzeugen, die Beschichtung beeinflussen und das thermische Verhalten verändern. Für eine abgedichtete Umgebung ist eine dafür vorgesehene Sensorkonstruktion oder eine Trennung ohne Überdeckung des Körpers erforderlich.

Auch Kondensation und leitfähige Verunreinigung sind zu berücksichtigen. Umweltschutz muss zusammen mit Ansprechzeit, Temperaturabweichung und Langzeitstabilität geprüft werden.

Unterbrechung und Kurzschluss erkennen

Bei einer Unterbrechung wandert der Teilermittelpunkt zu einer Versorgungsschiene, bei einem Kurzschluss zur anderen. Außerhalb des gültigen Temperaturbereichs sollten Diagnosebereiche reserviert werden, damit Extremtemperatur und Leitungsfehler unterscheidbar bleiben.

Nach dem Einschalten muss die Schaltung vor der Plausibilitätsprüfung einschwingen. Rohcode, berechneter Widerstand, Temperatur und Fehlerzustand sollten gemeinsam erfasst werden, um Kontaktprobleme von Rechenfehlern zu trennen.

Den vollständigen Wärmekanal kalibrieren

Eine Einpunktkalibrierung nahe 25°C reduziert R25- und ADC-Offsetfehler, bestimmt aber nicht die Kurvensteigung. Zwei oder mehr kontrollierte Punkte sind sinnvoll, wenn die geforderte Systemgenauigkeit den Aufwand rechtfertigt. Der Referenzfühler muss dasselbe Wärmeziel erfassen.

Kalibrierung ersetzt keine reproduzierbare Höhe oder Strömung. Zuerst wird die Mechanik stabilisiert; anschließend fließen Referenzunsicherheit, Temperaturgradient, Interpolation und Koeffizientenrundung in das Fehlerbudget ein.

Ersatzteile und Fertigungsprüfung beherrschen

Die Bauteildaten müssen die vollständige Kennung NTCLE100E3103JB0, Herstellerunterlagen, Maßzeichnung und Kennliniendaten enthalten. Ähnliches Aussehen und 10 kΩ reichen nicht für eine Freigabe. In der Fertigung können Widerstand bei kontrollierter Temperatur sowie Körper, Drähte und Einsteckhöhe geprüft werden.

Vor der Serienfreigabe sind Teilerpolarität, Festwiderstand, ADC-Referenz, Quellimpedanz, Filter, Einschaltdauer, Umrechnungstabelle, Fehlergrenzen, Lötprozess, Wärmeposition, Ansprechzeit und Umgebungseinfluss zu bestätigen. Eine belastbare NTC-Messung verbindet kontrollierte Widerstandserfassung mit reproduzierbarer Thermik.

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