BMP388 für präzisere barometrische Druckmessung
BMP388 für präzisere barometrische Druckmessung
Der BMP388 vereint Druckaufnehmer, Temperaturmessung, werkseitige Abgleichdaten, Digitalwandlung sowie I2C- oder SPI-Kommunikation in einem sehr kleinen Absolutdrucksensor. Dadurch wird die analoge Signalkette einfacher. Die Genauigkeit des fertigen Geräts hängt dennoch vom Luftweg, von mechanischen Spannungen, Temperaturgradienten, der Kompensation und dem Referenzdruck ab.
Bosch nennt einen Druckbereich von 300 bis 1250 hPa und eine maximale Abtastrate von 200 Hz. Das Gehäuse ist ein 10-poliges LGA mit Metalldeckel und Abmessungen von 2,0 x 2,0 x 0,75 mm. Im Deckel befindet sich eine sichtbare Drucköffnung. Sie verbindet die MEMS-Kavität mit der Atmosphäre und muss als Funktionsfläche behandelt werden.
Eine Wetterstation benötigt eine andere Dynamik als ein tragbares Messgerät oder eine Höhenanzeige. Deshalb sollte die Anforderung zunächst festlegen, ob Absolutdruck, kurzfristige Änderungen oder abgeleitete Höhe im Mittelpunkt stehen. Erst danach lassen sich Filterung, Referenz und Prüfverfahren sinnvoll bestimmen.

Ein Fehlerbudget für die Druckmessung aufstellen
Absolute Genauigkeit, relative Genauigkeit, Rauschen, Temperaturkoeffizient, Lötverschiebung, Langzeitverhalten und Unsicherheit der Referenz sind getrennte Größen. Absolute Genauigkeit beschreibt die Abweichung von einem bekannten Druck. Relative Genauigkeit betrifft die Nachführung einer Druckänderung. Das Rauschen begrenzt die kleinste kurzfristig erkennbare Änderung.
Bei einer Höhenberechnung kommen Referenzdruck und Atmosphärenmodell hinzu. Selbst ein korrekter Druckwert führt bei wechselndem Wetter zu einer wandernden Höhenanzeige. Für ein Barometer sollte der zulässige Druckfehler direkt angegeben werden; für einen Höhenmesser sind Sensorfehler, Referenz, Modell und Verzögerung getrennt zu bewerten.
Eine feine digitale Auflösung ist keine Genauigkeitsgarantie. Mittelung reduziert Zufallsrauschen, nicht jedoch einen festen Offset, eine falsche Kompensation, eine blockierte Öffnung oder einen Temperaturgradienten. Die zulässige Reaktionszeit muss vor der Filterstärke feststehen.
Das 10-polige Metall-LGA korrekt umsetzen
Der BMP388 ist kein achtpoliges Bauteil. Unter dem 2,0 x 2,0 mm großen Körper liegen zehn Kontakte. Der Footprint muss aus der kontrollierten Gehäusezeichnung entstehen und Pin 1, Pads, Lötstoppmaske sowie den Bereich um die Drucköffnung berücksichtigen. Ein ähnlich aussehender Umweltsensor ist keine sichere Vorlage.
Trotz der geringen Höhe benötigt der Deckel freien Raum. Gehäuserippen, Dichtungen, Klebefolien oder Displayrahmen dürfen ihn nicht belasten. Auch die Bestückdüse muss die Öffnung meiden. In der Montagezeichnung sollte der Port ausdrücklich als empfindliche Funktionsfläche gekennzeichnet sein.
Nach dem Reflow sind Orientierung, Sitz und Lötverteilung zu prüfen. Schrauben, Schnapphaken und steife Steckverbinder können die Leiterplatte biegen und den MEMS-Aufnehmer belasten. Die Endprüfung erfolgt daher im vollständig verschraubten Gehäuse.
Einen sauberen und definierten Luftweg schaffen
Eine äußere Gehäuseöffnung genügt nur, wenn sie tatsächlich mit dem Sensor verbunden ist. Schmale Kanäle und eingeschlossene Volumen wirken als pneumatischer Tiefpass. Länge, Querschnitt, Membran, Gitter und Hohlraum sollten festgelegt und mit Drucksprüngen geprüft werden.
Innenanwendungen benötigen häufig nur Partikelschutz, Außenanwendungen zusätzlich Schutz vor Spritzwasser und Kondensation. Eine hydrophobe Membran erhöht den Strömungswiderstand und kann temperatur- oder feuchteabhängig reagieren. Maßgeblich ist daher die Messung am fertigen Gehäuse.
Beschichtung, Reinigungsreste, Klebstoff und Schaum dürfen die Öffnung nicht bedecken. Bei Schutzlack sind Maskierung, Entfernung der Abdeckung und Sichtprüfung festzulegen. Der BMP388 ist ein Sensor für Luftdruck und kein medienisolierter Druckwandler.
Wärmequellen und mechanische Spannung fernhalten
Die Kompensation nutzt die lokale Sensortemperatur. Regler, Prozessoren, Funkendstufen und Ladeelektronik können den Deckel schneller erwärmen als die eintretende Luft. Lastwechsel erscheinen dann als Druck- oder Höhenänderung. Ein thermisch ruhiger Bereich ist deshalb wichtiger als die kürzeste Leitung.
Schmale Leiterbahnen und begrenzte Kupferflächen verringern Wärmeleitung, dürfen aber Versorgung und Festigkeit nicht verschlechtern. Eine mechanisch schwache Zunge kann bei Vibration neue Fehler erzeugen. Thermische Trennung, Masseführung und Steifigkeit sind gemeinsam zu beurteilen.
Auch Sonne, Displaybeleuchtung und Batterieladung erwärmen das Gehäuse. Druck und Temperatur sollten während solcher Übergänge gemeinsam aufgezeichnet werden. Eine stärkere digitale Filterung verdeckt einen thermischen Fehler nur und verlängert die Erholung.
Beide Versorgungsbereiche richtig anschließen
VDD arbeitet von 1,65 bis 3,6 V, VDDIO von 1,2 bis 3,6 V. Damit lässt sich ein Host mit niedriger Logikspannung anbinden. Zu prüfen sind aber Einschaltreihenfolge, Signalzustände bei abgeschalteter Teilversorgung und Rückspeisung über die Schnittstellenpins.
Die Referenzschaltung verwendet lokale 100-nF-Kondensatoren und zeigt 4,7 kOhm als Beispiel für I2C-Pullups. Jeder Kondensator gehört direkt an die zugehörigen Pins. Der Pullup-Wert ergibt sich aus Buskapazität, Anstiegszeit, Spannung und Verlustleistung.
Bei SPI brauchen Takt und Daten einen klaren Rückstrompfad. Bei I2C ist die Anstiegszeit unter ungünstigsten Bedingungen zu messen. Eine Leitung außerhalb der Platine benötigt zusätzlichen Schutz und eine eigene Fehlerbetrachtung.
Oversampling und Filter nach Bandbreite wählen
Druck- und Temperatur-Oversampling, Ausgaberate und IIR-Filter lassen sich einstellen. Höheres Oversampling senkt das Rauschen, kostet aber Zeit und Energie. Ein stärkeres Filter glättet schnelle Änderungen und erhöht gleichzeitig die Verzögerung.
Langsame Umgebungsdruckmessung verträgt eine niedrige Rate und stärkere Glättung. Eine Steig- oder Sinkgeschwindigkeit benötigt weniger Verzögerung. Ausgangspunkt sind deshalb die benötigte Bandbreite und die maximal zulässige Latenz, nicht die ruhigste Kurve.
Der Host darf identische Registerwerte nicht mehrfach als neue Messungen zählen. Datenbereitschaft oder eine zur Konfiguration passende Zeitplanung verhindert diesen Fehler. Nach einer Parameteränderung ist außerdem eine definierte Einschwingzeit nötig.

Werkseitige Abgleichdaten zuverlässig verarbeiten
Die Rohregister für Druck und Temperatur benötigen den veröffentlichten Kompensationsweg. Ein gepflegter Bosch-Treiber ist vorzuziehen. Bei einer eigenen Umsetzung müssen Vorzeichen, Zwischenbreiten, Skalierungen und Schiebeoperationen exakt stimmen. Ein plausibler Raumtemperaturwert beweist keine korrekte Rechnung an den Grenzen.
Bei der Initialisierung werden Gerätekennung und Abgleichdaten geprüft. Nach Reset, Unterspannung oder Kommunikationsfehler ist ein definierter Wiederanlauf erforderlich. Ein alter Druckwert darf nicht ohne Kennzeichnung als aktuelle Messung weiterlaufen.
Softwaretests sollten bekannte Rohwerte und Sollresultate für kalte, warme und druckseitige Randbedingungen enthalten. Dieselben Vektoren laufen auf jeder Zielarchitektur und decken Unterschiede bei Ganzzahlbreite und Vorzeichen auf.
Den vollständigen Luftweg kalibrieren
Der Werksabgleich beschreibt den Sensor, nicht das montierte Gerät. Die fertige Baugruppe wird an mehreren bekannten Druckpunkten mit einer rückführbaren Referenz verglichen. Gehäuse und Prüfvorrichtung benötigen genügend Beruhigungszeit; die Temperatur wird mitgespeichert.
Ein stabiler Offset kann gegebenenfalls mit einem Punkt korrigiert werden. Für einen breiten Druck- und Temperaturbereich sind weitere Punkte nötig. Korrekturwerte brauchen Version, Einheit, Referenzgerät und Gültigkeitsgrenzen; der unkorrigierte Wert bleibt für die Diagnose erhalten.
Bei relativen Messungen zeigen steigende und fallende Drucksprünge Hysterese oder langsame Luftwege. Für Höhenanwendungen werden unterschiedliche Leistungszustände bei unveränderter Position geprüft.
Das Gehäuse unter realen Bedingungen prüfen
Zu den Prüfungen gehören Luftströmung, Ausrichtung, Vibration, Leiterplattenbiegung, Temperaturzyklen, Feuchte, Kondensation, Staub und Erholung nach Druckänderungen. Bei tragbaren Geräten wird auch das Abdecken der Öffnung durch Finger oder Kleidung geprüft.
Mehrere Baugruppen und Fertigungslose zeigen die Verteilung von Offset, Rauschen, Reaktionszeit und thermischen Übergängen. Rohdruck, Temperatur, kompensierte Werte, Konfiguration und Referenz werden gemeinsam gespeichert.
Langzeitänderungen sind nur mit einer stabilen Referenz zu beurteilen. Wetter, Alterung des Referenzgeräts, Verschmutzung und Gehäuseänderungen dürfen nicht vorschnell dem Sensor zugeschrieben werden.
Lebenszyklus und Ersatz vor der Freigabe klären
Bosch führt den BMP388 derzeit als nicht für neue Entwicklungen empfohlen und verweist auf den BMP390. Bestehende Geräte können weiterhin den exakten BMP388 benötigen. Für Neuentwicklungen sind Footprint, Pinbelegung, Register, Kompensationscode, Versorgung und Filterverhalten des empfohlenen Bauteils zu vergleichen.
Die vollständige Bestellkennung bleibt in Stückliste und Wareneingang erhalten. Gleiche Außenmaße belegen keine Austauschbarkeit. Ein freigegebener Ersatz erhält eine eigene Softwarekonfiguration und eigene Prüfergebnisse.
Die BMP388-Auslegung abschließen
Vor der Freigabe werden das 10-polige 2,0 x 2,0 x 0,75 mm Metall-LGA, Pin 1, die offene Drucköffnung, der Gehäuseluftweg, Maskierung, mechanischer Freiraum, Entkopplung, Logikpegel und thermische Trennung geprüft.
Danach folgen Oversampling, Ausgaberate, Filterlatenz, Kompensationsrechnung, Fehlerbehandlung, Referenzdruck, Kalibrierunterlagen und Umwelttests. Präzision entsteht in der gesamten Kette von der Atmosphäre bis zur Software.
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